Sonntag, 28.06.09 - der Tag des Münchner Stadtlaufs.
06:00 Uhr... der Wecker klingelt mich aus dem Schlaf. Ich drücke ihn aus und dreh mich noch einmal um. Gefühlte 5 Minuten später blicke ich erneut auf den Wecker. Er zeigt 07:08 Uhr! Jetzt habe ich verschlafen. Der Startschuss fällt um 08 Uhr und ich bin noch nicht mal angemeldet! Hätte ich bloß nicht in der Arbeit erzählt, dass ich beim Stadtlauf mitmachen will. Da werden die Kollegen wieder witzeln. Ich kalkuliere kurz durch... wenn ich die S-Bahn um 07:23 Uhr nehme, dann bin ich ca. 07:45 am Sport-Scheck. Kann man sich so spät überhaupt noch anmelden? Ich werde es rausfinden!
Um 07:12 Uhr stehe ich im Bad und werfe mir etwas kaltes Wasser ins Gesicht. Im Kühlschrank finde ich noch einen Powerbar-Riegel, den ich auf dem Weg zur S-Bahn verspeise. An der S-Bahn-Station stehen einige Andere in Laufkleidung. Manche tragen das offizielle orangefarbene Laufshirt des Münchner Stadtlaufs. Ich sehe aber auch Läufer ohne das offizielle T-Shirt und denke mir noch, ob ich wohl nicht der Einzige bin, der sich noch auf den letzten Drücker anmeldet.
07:45 Uhr... ich stehe vorm Sport-Scheck an der Anmeldung und bin tatsächlich nicht der Einzige, der sich so kurz vorm Start noch anmelden will. Am Vorabend hatte ich im Internet nachgesehen wieviel Startgeld fällig wird. Dort stand 28,- EUR. Deshalb und um keinen unnötigen Ballast dabei zu haben, habe ich zuhause auch nur 30,- EUR Bargeld eingesteckt. Die freundliche Dame von der Anmeldung will jedoch 30 Euro und 50 Cent und erklärt mir, dass zusätzlich zur Startgebühr noch ein Transponderchip für 2,50 EUR für die Zeitmessung erworben werden muss. Ich bin sprachlos. Jetzt habe ich mich schon so zeitig aus dem Bett gequält und nun soll es auch noch umsonst gewesen sein. Ein freundliches Lächeln hilft nicht, um die Dame zu bestechen. Ich drehe mich rum und rufe etwas lauter in die Runde: Hat jemand 50 Cent für mich? ...und erhalte tatsächlich 50 Cent von einem anderen Läufer geschenkt. So schaffe ich es gerade noch, mir das Laufshirt überzuziehen und zur Startaufstellung zu begeben, als auch schon der Startschuss fällt. Bei 18000 Teilnehmern dauert es eine ganze Weile, bis sich der Trott in Bewegung setzt, aber nach gut 5 Minuten überquere auch ich die Startlinie. Der Transponder an meinen Schuh startet meine individuelle Laufzeit.
Es ist schon erstaunlich, wie die Massen Dich tragen! Ein tolles Gefühl in so einer riesigen Läufermeute zu sein. Das sind meine Gedanken auf den ersten 5 km, die auch wie im Flug vergehen. An der Verpflegungsstation trinke ich ausreichend und esse eine Banane. Mit dem Tempo halte ich mich etwas zurück, da ich noch nie einen Halbmarathon gelaufen bin und nicht weiß, wie es mir so nach 15 km gehen wird. Aber auch die 10 km Marke kommt erstaunlich schnell und ich beginne mehr und mehr, andere Läufer zu überholen. Das ständige Überholen beflügelt so sehr, dass ich bald an der 15 km Marke bin. Bei 18 km habe ich so ein Gefühl, als könnte mich ein Krampf in der Wade ereilen. Ich war ja am Vortag zu einem Trainings-TG im Echinger Weiher. Wir hatten dort die Übungen des Fundamentals trainiert und bei der Vorführung der Flossentechniken hatte ich doch tatsächlich einen Krampf in beiden Waden gleichzeitg erlitten. Jetzt denke ich daran und hoffe, dass sich dies heute nicht wiederholt. Die Strecke ist gut mit Zuschauern gefüllt, welche durch Ihre Zurufe sehr gut motivieren. Auf den letzten 200 Metern direkt durch die Münchner Innenstadt bis zum Zieleinlauf am Marienplatz stehen so viele Zuschauer und feuern an, dass man das Gefühl hat, ins Ziel getragen zu werden. Nach 01:55 Std. überquere ich die Ziellinie... mein erster Halbmarathon – ein tolles Gefühl!
Warum schreibe ich das hier? Ich hoffe, dass ich mit dem Bericht den ein oder anderen motivieren kann, sich wiedermal sportlich zu betätigen. Die körperliche Fitness ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor beim Tauchen. Fitte Menschen tauchen sicherer! Das Atemminutenvolumen verringert sich und dadurch sinkt der Luftverbrauch. Dies wird sich gerade in einer möglichen Stresssituation (z. B. ein Vereiser) bemerkbar machen. Hier steigt der Luftverbrauch ohnehin schon an. Dadurch wird mehr Stickstoff im Gewebe aufgenommen und das Risiko einer Dekompressionskrankheit steigt. Halte Dich deshalb körperlich fit und treibe Sport! Es muß ja nicht gleich ein Halbmarathon sein. Beim Münchner Stadtlauf gibt es übrigens auch eine 10 km Lauf und sogar eine 5 km Walking-Strecke. Vielleicht sehen wir uns dort im nächsten Jahr!